Rückrundenauftakt 2009

Nach einem Rippenbruch in den Dolomiten war erst mal Schluss mit Biken 2009 – vorerst. Gut drei Monate war ich nicht auf dem Bike, bis zum letzten Wochenende. Dann ging’s wieder auf eine kleine Etappe im Münchener Norden, bei 6 Grad. (GPS-Tourdaten).

 

 

Scheidplatz München
Scheidplatz München

 

Plätzwiese / Schmieden – Niederdorf – Toblach – Höhlensteintal – Schluderbach – Plätzwiese – Schmieden (1. September; 43 KM; 1053 HM)

Die Plätzwiese ist eine der schönsten Hochebenen, die im ersten Weltkrieg eine hart umkämpfte Frontlinie markierte. Aus dieser Zeit stammt das noch gut erhaltene, mächtige Sperrfort auf der höchsten Stelle der Hochebene. Start ist Schmieden, unterhalb der Plätzwiese, von hier geht die Tour zurück ins Tal und auf Radwegen über Niederdorf bis Toblach, dort folgt meinen einem Waldweg der sich durch das Höhlensteintal über den Toblacher See, einem alten Militärfriedhof entlang des Hotels “Drei Zinnen Blick” (das erste mal die drei Zinnen gesehen, allerdings von hinten) über den Dürrensee (Namen trägt er zu Recht, es war schon sehr ausgetrocknet) bis Schluderbach. Dort kurz auf der Bundesstraße 48 Richtung Cortina d´Ampezzo und nach circa 500 Metern auf den alten Militärweg abbiegen. Diesen fährt man 45 Minuten bergauf – immer wieder baut sich das breite Massiv des Monte Cristallo auf. Oben angekommen zeigt sich dann der mächtige Hohe Gaisl in ihrem ungewöhnlich rotem Fels. Wer noch möchte kann den lohnenden Aufstieg zum Strudelkopf angehen, von hier hat man einen eindrucksvollen Ausblick auf die Drei Zinnen. Nach Rast auf der Plätzwiesen-Alm geht die Abfahrt in circa 15 Kilometern wieder zurück bis Schmieden zum Ausgangspunkt. Die Tour lässt sich bequem in 3-4 Stunden fahren – ein Klassiker wegen des Ausblicks vom Hochplateau auf die umgebenden Berggipfel der Cristallo-Gruppe.

Startpunkt: Plätzwiese
Startpunkt: Plätzwiese

Naturns – Naturnseralm – Vigljoch – Aschbach – Töll – Naturns (30. August 2009; 41 KM; 1600 HM)

Vom Lindenplatz in Naturns geht es zunächst kurz bergab zur Hauptstraße, diese überqueren und der Bahnhofstraße folgend bis zur Brücke und weiter zum Nartunser-Sportplatz (mit kleiner Tribüne!!). Ab hier steigt die Strecke auf dem Naturnser Nörderberg, an einige Berghöfen vorbei bis zur Naturnser Alm. Rast ist sehr empfehlenswert, sowohl Hütte als auch Sitzmöglichkeiten bieten einen wunderschönen Ausblick ins Vinschgau. Nach einem kurzen Aufstieg der hinter der Alm startet gelangt man auf das Hochplateau, von hier kann man den Blick bis zur Seiser-Alm, Rosengarten und Latemar genießen. Die lange und kurvige Abfahrt führt durch das Vigljoch hinunter, durch Aschbach bevor man nach mehr als 30 Minuten nicht Treten in Töll eintrifft. Hier folgt man der Etsch bis zum Ausgangspunkt der Tour, Naturns. Sehr schöne vier Stunden Tour in der sich die Vorzüge des Vinschgaus genießen lassen.

 

 

Startpunkt: Naturns
Startpunkt: Naturns

Schluderns – Glurns – Prad – Stilfser Joch – Schluderns (29. August 2009; 70 KM; 1850 HM)

Jeden letzten Samstag oder ersten im September ist das Stilfser Joch für den Autoverkehr für ein paar Stunden gesperrt – das treibt circa 10.000 Biker auf die 1800 Meter und 48 Kurven hinauf zum zweithöchstem Pass in Europa. Mein Startpunkt war Schluderns, klassisch fängt man allerdings in Prad an – der Ort ist auch der Ausrichter und veranstaltet vor und nach dem “Event” ein kleines Dorffest. Um möglichst nicht mit dem ganz großem Pulk den Pass hinauf zu fahren, wähnte ich mich mit 8 Uhr in der ersten Startgruppe – dem war nicht so. Bereits hunderte von Rennradfahrern, MTB-lern und sonstigen zweirädrigen Gefährten schlängelten sich über Stilfs bis zum Anfang des Passes, der mit Kehre 48 gekennzeichnet ist. Leider fing es genau in dieser Kehre mit dem ersten Platzregen an, so das ich den Rest des Aufstiegs in einer Regenkombi hinter mich bringen dürfte. Die Auffahrt kann man sportlich oder gemütlich angehen, das bleibt jedem selbst überlassen – hier sind beide Fraktionen zahlreich vertreten. Nach dem zweiten großen Platzregen in Kehre 35 sang dann die Lust etwas, nicht aber die Motivation. Gute Fahrer schaffen den Aufstieg in 1,5 Stunden, der Großteil dürfte aber mehr am Happening-Aufstieg interessiert sein, und sich bei etwa 2-3 Stunden über den über 2700 Pass mit Ziellinie Schweizer-Grenze bewegen. Die Höhe und Feuchtigkeit machten meinem Aufenthalt dann sehr viel kürzer als ursprünglich gedacht, mit Winterhandschuhen und Bein- und Ärmlingen bewaffnet ging es die gut 40-minütige Abfahrt wieder zurück nach Schluderns. Habe mir fest vorgenommen, nächstes Jahr wieder dabei zu sein!

 

Startpunkt: Stilfser Joch
Startpunkt: Stilfser Joch

 

Große Rosengarten-Runde / Obereggen – Bewalter Hof – Welschnofen – Zipperlehof – Öberolgart – Wiedenhof – Eggental – Karrerpass – Deutschenhofen – Obereggen (27. August 2009; 69,3 KM; 2216 HM)

Tourstart ist das Hotel Maria in Obereggen, von dort bald Richtung Karrer See leicht bergauf einem Forstweg folgend. In der Mitte des Waldes steht fälschlicherweise ein Schild Richtung Welschnofen, diesem nicht folgen, es endet in einem Biotop. Ich fühlte mich an den Brennerpass zum Sandjoch zurückversetzt – kein Weg, aber das GPS sagt beständig geradeaus! Nach 20 Minuten Schieben auf einer still gelegten Kuhwiese wieder den Forstweg erreicht, diesen bis zur Bundesstraße folgen und dann links Richtung Welschenofen abfahren. Im Ort die letzte Kreuzung rechts abbiegen, dann stetig bergauf bis zum Zipperlehof. Dieser Teil der Strecke bietet sehr schöne und abwechslungsreiche Singletrails die nicht allzu schwer zu befahren sind, kleine Schiebepassagen ausgenommen. Im westlichsten Teil der Strecke dann durch das Eggental und den Karrerpass bis Deutschenhofen. Von hier bis Obereggen dann nur noch Landstraße bis zum Ausgangspunkt der Tour. Immer wieder gibt die Strecke Blicke auf die Rosengartengruppe und das Latemar frei – einfach atemberaubend.

 

Wohnen im Eggental

Idealer Ausgangspunkt für Touren im Rosengarten & Latemar ist Eggen, ein kleiner aber sehr gemütlicher Ort, ideal zum Ausspannen. Im Sport & Bike-Hotel stehen bieten die beiden Inhaber täglich Bike- oder Wandertouren an, wer also einfach mal in einer Gruppe fahren will oder schlichtweg keine Lust auf Karten- oder GPS-Touren hat, der bekommt ihr die besten Insidertouren direkt von den Locals.